Physiotherapie Moser & Klumpp
Binningen | Binningen

Triggerpunkt-therapie

Behandlung von muskulÀren Schmerzen

Triggerpunkt-Therapie Physiotherapie Binningen

Triggerpunkt-Therapie in Binningen | Basel

Triggerpunkte - hÀufigste Ursache von Schmerzen am Bewegungsapparat

Triggerpunkte entstehen durch akute oder chronische Überbelastung, durch Traumas oder Überdehnung des Muskels. Es handelt sich um Stellen in einem verspannten Muskel, die sich sehr stark zusammengezogen haben. Sie sind deutlich hĂ€rter als die umliegende Muskulatur. 

Sie sind sehr klein, können aber die Grösse einer Erbse erreichen. Sie sind sehr schmerzempfindlich auf Druck. HĂ€ufig sind sie verantwortlich fĂŒr lokale Schmerzen. Typisch ist jedoch auch, dass Triggerpunkte sehr oft Schmerzen in andere Körperregionen ausstrahlen. Jeder Muskel hat seine typischen Ausstrahlungsgebiete.

Triggerpunkt mm. scaleni Physiotherapie Binningen
Triggerpunkte (x) in den mm. scaleni und ihre Ausstrahlungsgebiete (rot)

Ihre Fachpersonen mit Triggerpunkt-Zusatzausbildungen

Philipp Moser
Dipl. Physiotherapeut FH

Lars Tepass
Dipl. Physiotherapeut FH

Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind sehr empfindliche Stellen innerhalb eines verhÀrteten Muskelstranges. Ein einzelner Triggerpunkt hat einen Durchmesser von weniger als 1 mm. Triggerpunkte verursachen Schmerzen und Verspannungen. Die Beschwerden treten meist weit entfernt von der Triggerpunktumgebung an einer ganz anderen Stelle des Körpers auf (referred pain), weshalb eine exakte Diagnostik erforderlich ist.

Triggerpunkte können den Muskel schwĂ€chen und fĂŒr Verletzungen anfĂ€llig machen. Durch die muskelverkĂŒrzende Wirkung der Triggerpunkte entsteht eine mechanische Überlastung der Sehne mit ihrer Sehnenscheide, des Sehnenansatzes, des Gelenkes oder der Bandscheibe, wodurch sich die Entstehung vieler orthopĂ€discher Krankheitsbilder erklĂ€ren lĂ€sst.

Triggerpunkt m. adductor pollicis Physiotherapie Binningen
Triggerpunkt (X) im m. adductor pollicis und sein Ausstrahlungsgebiet (rot)

Die erkrankten Muskelstellen sind auch nach Jahren noch gut behandelbar.

Die Behandlung von Triggerpunkten

Bei der Triggerpunkt-Therapie werden die schmerzhaften Triggerpunkte mit manuellen Techniken behandelt (IschÀmische Kompression, Dehnung, Faszientechniken) oder mit Dry Needling. So wird die Blutzirkulation in den Triggerpunkten wieder hergestellt und der Schmerz lÀsst nach. Ganz wichtig ist es auch die auslösenden Faktoren zu beheben. Mögliche Massnahmen sind zum Beispiel haltungsverbessernde Massnahmen (KrÀftigung der Muskulatur), Optimierung der Sitzhaltung bzw. des Arbeitsplatzes (Ergonomie), Verbesserung der Koordination, Verbesserung der Wahrnehmung, Schulung der Wahrnehmung, etc.

Triggerpunkt-Therapie Physiotherapie Binningen
Triggerpunkt-Behandlung des Trapezmuskelns (m. trapezius)

Dry Needling

Eine weitere sehr effektive Behandlungsmöglichkeit von Triggerpunkten ist das Dry Needling. Dabei werden die Triggerpunkte mit sterilen Einwegnadeln, wie man sie aus der Akupunktur kennt, behandelt.

Informationsviedeo zum Dry Needling

Je frĂŒher Triggerpunkte behandelt werden, desto einfacher haben es Patienten und Physiotherapeuten, und desto schneller geht die Heilung voran.

Wie entstehen diese schmerzhaften Punkte in der Muskulatur?

Medizinisch erklĂ€rt man sich die Triggerpunkte aufgrund einer ĂŒbermĂ€ssigen Zusammenziehung einzelner Muskelfasern. Dieser Vorgang entsteht wahrscheinlich durch eine ĂŒberschiessende Freisetzung des Nervenbotenstoffes Acetylcholin an der motorischen Endplatte. 

Es gibt auch andere Theorien fĂŒr diese Zusammenziehungen. Etwa, dass das vegetative Nervensystem eine erhöhte AktivitĂ€t auf den Muskel ausĂŒbt. Dies wurde mit Hilfe verschiedener Studien belegt. Menschen, die lĂ€ngere Zeit mit erhöhtem Stress leben, haben hĂ€ufiger Triggerpunkte.

Triggerpunkt-Therapie m.gastrognemius Physiotherapie Binningen
Triggerpunkt-Therapie: Behandlung des Wadenmuskels (m. gastrognemius)

Worin auch immer der Grund fĂŒr die kleinen verspannten Muskelfasern liegt, Fakt ist, dass die Spannung die feinen BlutgefĂ€sse zusammenquetscht, was zu einer Minderdurchblutung und zu einer Mangelversorgung des Muskels fĂŒhrt. Dadurch werden Substanzen im Muskel produziert, welche die SchmerzfĂŒhler im Muskel aktivieren – der Muskel, genauer gesagt der Triggerpunkt, beginnt weh zu tun und auszustrahlen.

Wenn Triggerpunkte ĂŒber lĂ€ngere Zeit nicht verschwinden, dann geraten benachbarte Muskelfasern oder sogar Muskeln in Mitleidenschaft und die Schmerzen weiten sich aus (myofasziales Schmerz Syndrom). Die gute Nachricht ist, dass Triggerpunkte gut therapierbar sind! Eine gezielte Triggerpunkt-Therapie kann auch noch nach Jahren der Schmerzen einen grossen Effekt haben.

Schmerzen im Kiefergelenk?

Auch in der Muskulatur rund ums Kiefergelenk (Kaumuskulatur) kommt es hĂ€ufig zu Triggerpunkten. Diese bleiben oft unerkannt. HĂ€ufig sind sie verantwortlich fĂŒr Schmerzen im Kiefergelenk, im Gesicht, fĂŒr Kopfschmerzen, fĂŒr OhrgerĂ€usche, fĂŒr Zahnfleisch- und Zahnschmerzen und vieles mehr. Auch diese Triggerpunkte lassen sich meist erfolgreich behandeln.

Pathophysiologie von myofaszialen Triggerpunkten

Ausgelöst durch eine allgemeine muskulĂ€re Überlastung (z.B. Trauma, Fehlbelastung etc.) kann es zu Rupturen des sarkoplasmatischen Retikulums kommen. Diese fĂŒhren zu einer unkontrollierten Freisetzung von Kalziumionen aus dem sarkoplasmatischen Retikulum und damit zu anhaltenden Kontraktionen von Sarkomeren.

Eine Vielzahl solcher Kontraktionen an einer Stelle können einen Hartspannstrang bilden. HartspannstrÀnge können nicht nur palpiert (ertastet), sondern auch im MRI und Ultraschall dargestellt werden. Die Kontraktionen verursachen Kompression benachbarter Kapillaren und damit eine verringerte Bereitstellung von Sauerstoff und energiereichen Verbindungen bei insgesamt erhöhtem Energiebedarf. 

Dadurch entsteht eine sogenannte Energiekrise mit gleichzeitig verminderter Wiederaufnahme von Kalzium in das sarkoplasmatische Retikulum – die Kontraktion wird also aufrechterhalten. DarĂŒber hinaus kommt es zur AusschĂŒttung neurovasoaktiver Substanzen wie Bradykinin, CGRP, u.a., die nozizeptive Nervenfasern erregen, welche aus ihren freien Nervenendigungen Schmerzbotenstoffe wie etwa die Substanz P freisetzen. Verschiedene Arbeiten unter anderem von BrĂŒckle und Shah untermauern diese Energiekrisentheorie. 

Die „integrierte Hypothese“ ist eine Erweiterung der Energiekrisentheorie und derzeit das anerkannteste pathophysiologische Konzept zur Entstehung myofaszialer Schmerzen. Die integrierte Hypothese besagt, dass die beschriebenen pathologischen Prozesse in der NĂ€he von motorischen Endplatten ablaufen, deren Funktion stören, was zu einer vermehrten Acetylcholin-AusschĂŒttung fĂŒhrt und somit den Circulus vitiosus der pathologischen Dauerkontraktion schliesst.

Informationsvideo (auf englisch):

Wie entstehen die Schmerzen?

Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungssystems können unterschiedliche Ursachen haben. Die Muskulatur als primÀre Ursache von Schmerzen und FunktionseinschrÀnkungen wurde lange Zeit vernachlÀssigt. 

Vor allem Frau Dr. Janet Travell und Prof. Dr. David Simons aus den USA haben die Muskulatur ins Zentrum ihrer wissenschaftlichen Arbeit gestellt: die Muskulatur hat einen grossen Einfluss auf Störungen des Bewegungsorgans und kann sowohl akute als auch chronische SchmerzzustÀnde direkt verursachen.

Travell und Simons zeigen auf, dass die von ihnen beschriebenen „myofaszialen Triggerpunkte“ sehr hĂ€ufig als dominanter Krankheitsfaktor fĂŒr Schmerzen und FunktionseinschrĂ€nkungen im neuro-muskulo-skelettalen System verantwortlich sind.

Durch Überlastung oder traumatische Überdehnung entstehen in einem Muskel oftmals Zonen, die durch eine Hypoxie (Mangelversorgung mit Sauerstoff) charakterisiert sind. Als Folge der Sauerstoffunterversorgung können sich in diesen Gebieten die Myosin- und Aktinfilamente (kleinste Bausteine der Muskulatur) nicht mehr voneinander lösen (Rigorkomplex). Diese erkrankten Muskelstellen sind tastbar (Triggerpunkte): durch Provokation mittels Druck wird ein Schmerz ausgelöst, der oft in andere Körperregionen ĂŒbertragen wird (Referred pain). 

Weitere Symptome ausgelöst durch Triggerpunkte

Aber nicht nur Schmerzen, auch ParĂ€sthesien (Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, SchwellungsgefĂŒhl und KĂ€lte- oder WĂ€rmeempfindung), MuskelschwĂ€chen ohne primĂ€re Atrophie, BewegungseinschrĂ€nkungen, propriozeptive Störungen mit BeeintrĂ€chtigung der Koordination und autonome vegetative Reaktionen können durch Triggerpunkte verursacht werden.

Die Summe aller durch aktive Triggerpunkte ausgelösten Symptome wird als „Myofasziales Schmerz-Syndrom“ bezeichnet. Durch eine geeignete Therapie lĂ€sst sich diese Muskelpathologie oft – und manchmal auch noch nach Jahren – gĂ€nzlich beseitigen.

Behandlungstechniken

Wir unterscheiden zwischen Triggerpunkt-Techniken, welche direkt auf den Triggerpunkt und den Hartspannstrang zielen, sowie Release-Techniken, die grossflÀchig und unabhÀngig von der Lokalisation der Triggerpunkte auf den ganzen Muskel und deren Faszien einwirken.

Behandlungs-Techniken:

Technik I: Triggerpunkt-Kompression
Technik II: Manuelle Dehnung des Hartspannstranges
Technik III: Faszien-Dehnung
Technik IV: IntermuskulÀre Mobilisation (Faszien-Trenn-Technik)

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Triggerpunkt-Techniken und die intermuskulĂ€re Mobilisation werden mit starkem manuellem Druck ausgefĂŒhrt. Die Triggerpunkt-Therapie ist deshalb schmerzhaft. Dabei gilt jedoch der Grundsatz, dass der Behandlungsschmerz fĂŒr den Patienten tolerierbar bleiben muss und wenn möglich als  «Wohlschmerz» empfunden werden soll. Je prĂ€ziser der Triggerpunkt behandelt wird, desto weniger Druck muss appliziert werden. 

Downloads fĂŒr Sie

  • Patienteninformation Triggerpunkttherapie der IMTT (PDF)
  • Patienteninformation Triggerpunkttherapie des DVS (PDF)
  • Patienteninformation Triggerpunkte Kiefergelenk (PDF)

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